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Stad Lëtzebuerg

Smart Citizens, eine Bürgerinitiative für eine bessere Mobilität, unterstützt durch déi gréng Stad

Täglicher Durchgangsverkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen und mangelhafte Fahrradinfrastruktur: dies sind nur einige der Themen, die von den Bewohner*innen in allen Stadtteilen der Hauptstadt immer wieder zur Sprache gebracht werden.

Das gilt auch für Bonneweg. Neu ist, dass dies nun durch konkrete Daten untermauert wird, die von Bürger*innen aus Bonneweg im Rahmen des Projekts Smart Citizens mit Unterstützung von déi gréng Stad Lëtzebuerg erhoben wurden. 

Erste Ergebnisse: Tempo-30-Zonen und Fahrradstraßen sind ein Flop

Im Rahmen des Projekts wurden in den Wohnungen der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger des Stadtviertels Messgeräte installiert, um das Verkehrsaufkommen und die Fahrgeschwindigkeiten zu erfassen. Diese Daten können in Echtzeit unter www.smartcitizens.lu abgerufen werden.

Die bisher erhobenen Daten zeigen ein hohes Maß an Durchgangsverkehr, häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen und damit ein Versagen der derzeitigen Gestaltung der Tempo-30-Zonen sowie der Fahrradstraßen in Bonneweg, was die Lebensqualität beeinträchtigt und gefährliche Bedingungen für vulnerable Verkehrsteilnehmer*innen schafft.

Wir beobachten ein hohes Aufkommen an Durchgangsverkehr, mit dem Ziel, die Hauptverkehrsachsen anhand der Tempo-30-Zonen zu umfahren, wie z.B. der Verkehr aus Hamm über den Boulevard de la Fraternité (1900–2200 Fahrzeuge/Tag) oder von der Route de Thionville über die Rue de l’Hippodrome (3080–3500 Fahrzeuge/Tag). Die Daten zeigen zudem wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitungen, wie z.B. vor der Sporthalle/Schule in der Rue Jean-François Gangler (21 % der Fahrzeuge), was insbesondere für die Sicherheit der dort verkehrenden Kinder ein erhöhtes Risiko darstellt, sowie auf den Fahrradstraßen (56 % in der Rue des Trévires, 33 % in der Rue Edouard Grenier).

Es mangelt an Maßnahmen zur Eindämmung des Durchgangsverkehrs. So dürfen Autos bspw. auf der gesamten Länge der Fahrradstraße fahren. Des Weiteren sind die Straßen sind oft sehr breit (z.B. die Rue Anatole France und der Boulevard de la Fraternité) und verfügen nicht über ausreichende bauliche Maßnahmen, die die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen fördern und Verstöße gegen die Verkehrsregeln verhindern.

Jetzt handeln: konkrete Maßnahmen für eine bessere Lebensqualität

Laut dem Mobilitätsplan der Stadt Luxemburg dürfte die Zahl der täglichen Verkehrsbewegungen bis 2035 um 33 % steigen. Diese Entwicklung wird zusätzlichen Druck auf die Stadtteile ausüben, darunter auch Bonneweg. Man muss daher feststellen, dass über das Scheitern der Tempo-30-Zonen und der Fahrradstraßen in ihrer aktuellen Form hinaus der derzeitige Mobilitätsansatz nicht ausreicht, um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.

Um die Lebensqualität zu verbessern und sicherzustellen, dass sich alle Bürger*innen von Bonneweg und darüber hinaus künftig im Alltag sicher fortbewegen können, ist ein dringendes Handeln seitens des DP-CSV Schöffenrats erforderlich.

Als déi gréng Stad Lëtzebuerg schlagen wir Folgendes vor:

  • Die konsequente Umsetzung des Mobilitätsplans, um das Ziel von 51% nachhaltiger Mobilität zu erreichen, mit vorrangigen Maßnahmen zugunsten von Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und öffentlichen Verkehrsmitteln;
  • Ein Maßnahmenkatalog zur Verkehrsberuhigung im Stadtteil Bonneweg, der insbesondere eine Neugestaltung der Tempo-30-Zonen vorsieht. Dieser vom Schöffenrat für 2025 angekündigte Plan steht noch immer aus. Ohne konkrete bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und ohne modale Filter bleibt die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h jedoch weitestgehend wirkungslos;
  • Sichere Fahrradwege für das Viertel Bonneweg, denn leider ging ausgerechnet Bonneweg, das größte Stadtviertel, bei den kürzlich vom Schöffenrat vorgestellten neuen Fahrradwegen leer aus.

Partizipative Konferenz des Projekts Smart Citizens

Im Rahmen einer Konferenz laden wir alle Bewohnerinnen und Bewohner von Bonneweg und darüber hinaus zu einem Austausch ein, um die Ergebnisse des Projekts vorzustellen und gemeinsam konkrete Lösungen zu diskutieren.

Bei dieser Gelegenheit können Interessierte in einer angenehmen und partizipativen Atmosphäre ihre Ideen einbringen, um gemeinsam die Mobilität, die Sicherheit und die Lebensqualität in Bonneweg zu verbessern.

Dienstag, den 14. April um 20 Uhr
Centre culturel de Bonnevoie (rue des Ardennes, Luxemburg-Stadt)

auf Luxemburgisch und Französisch (Übersetzung verfügbar)

Dies ist der Anfang der Initiative Smart Citizens. Das Projekt könnte auf andere Stadtteile ausgeweitet werden, da die Verkehrsberuhigung alle Stadtteile betrifft, oder auch auf andere Themenbereiche, wie z.B. die Messung der Luftqualität.